Berichte - Informationen - Reportagen


Rückblick auf die Vorträge 2017/2018


RÖMER – ESSEN im  ATARHOF verbunden mit RÖMER Ausstellung in Weyregg

Attersee am Attersee, 21.07.2018

 

Der Verein der Freunde der Archäologie veranstaltete am 22. Juli ein kulinarisches Essen mit Römereintopf (In vitulinam elixam) und Römerbier (Aurum purum) der Brauerei Kaltenböck als Auftakt zur Eröffnung der Römer Ausstellung in Weyregg. Vertreter des Vereins bevorzugten eine Schiffsfahrt von Attersee nach Weyregg, um der Eröffnung mit dem Bürgermeister von Weyregg ( Klaus Gerzer), Dr. Traxler (Landesmuseum Linz) und Mag. Schirlbauer (Tourismusverband Attersee) beizuwohnen. Die Exponate wie beispielsweise Mosaike aus einer in Weyregg nachgewiesenen römischen Luxusvilla, welche als Modell präsentiert wird, prägen das neue Römermuseum im Gemeindegebäude.

 

Der Ausflug von Attersee nach Weyregg wurde abgerundet durch eine Besichtigung des Aquariums und Einführung in die Vielfalt der Fischkultur, verbunden mit der Entstehungsgeschichte der Seenlandschaft – geleitet von Alwis Wiener. Wir danken ihm für seine fachlich geprägte und eindrucksvolle Darstellung. Wir wünschen dem Römermuseum viel Erfolg und Freude für die Besucher.

 

Bild 1: von li. nach re. Georg Dinstl, Johann Eicher und Gattin, Hilde Berger und Obmann Martin Hoechsmann im Atarhof bei Rotwein und Römerbier.

Bild 2: Alwis Wiener erklärt das Pfahlbau - Modell

Bild 3: von li. nach re.: Schirlbauer, Gerzer, Traxler und Pohl (im Hintergrund)

Bild 4: Modell der röm. Luxusvilla und Teilnehmer der Eröffnung des Römermuseums Weyregg

 


Archäologe Wolfgang Neubauer in die Österreichische Akademie der Wissenschaften gewählt

(Foto © ÖAW/Niko Havranek) - 22.5. 2017 press release

 

Der Leiter des Ludwig Boltzmann Instituts Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie wurde als korrespondierendes Mitglied in die ÖAW aufgenommen.

 

Wien, 22. Mai 2017. Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) hat in ihrer jüngsten Wahlsitzung neue Mitglieder, darunter Wolfgang Neubauer, der das Ludwig Boltzmann Institut Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) leitet, gewählt. Neubauer wurde als korrespondierendes Mitglied in die philosophisch-historischen Klasse der ÖAW aufgenommen. Mit seiner Mitgliedschaft in der Akademie wird er für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen und sein Ansehen in der Fachwelt ausgezeichnet.

 

Wolfgang Neubauer anlässlich der Festveranstaltung am Donnerstag 18. Mai 2017: "Die Herausforderungen, die der digitale Wandel an die moderne Gesellschaft stellt, bedingen für die Wissenschaft eine multidisziplinäre Herangehensweise und Offenheit, wie sie die Österreichische Akademie der Wissenschaften in ihrer grundlegenden Struktur ermöglicht. Dazu gehören eine enge Kooperation und eine Öffnung der Wissenschaft. Digital Humanities und Open Science Initiativen sind ein wichtiger Schritt um Wissenschaft enger mit der Gesellschaft zu vernetzen und Authentizität von vorhandenem Wissen nachvollziehbar zu unterstreichen und dieses Wissen auch digital und für Alle erreichbar bereitzustellen."

 

"Wir gratulieren Wolfgang Neubauer zur Aufnahme in die Österreichische Akademie der Wissenschaften. Neubauer hat die über 500 Jahre alte Disziplin der Archäologie mit High-Tech Methoden revolutioniert und versteht es wie kaum ein anderer, seine Begeisterung für die Archäologie und das wissenschaftliche Arbeiten sowie seine Forschungsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit zu vermitteln", so Claudia Lingner, Geschäftsführerin der Ludwig Boltzmann Gesellschaft.

 

Univ.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Neubauer ist Archäologe, Mathematiker und Informatiker und habilitierte sich 2008 im Fach Ur- und Frühgeschichte an der Universität Wien zum Thema interdisziplinäre Feldarchäologie. Er beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Entwicklung und Anwendung von technischen Verfahren für die zerstörungsfreie Sichtbarmachung des im Boden verborgenen archäologischen Erbes. Seit der Gründung 2010 leitet er das Ludwig Boltzmann Institut Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie (LBI ArchPro) und hat mit seinem Team durch systematische Erkundung ganzer Landschaften mit modernen nicht-invasiven Verfahren zahlreiche Entdeckungen gemacht, die international für Aufsehen gesorgt haben, etwa in der Gegend von Stonehenge, an wikingerzeitlichen Fundstellen in Skandinavien oder in Carnuntum.

 

Neubauer ist Autor von über 250 wissenschaftlichen Publikationen, hat an etlichen wissenschaftlichen TV-Dokumentationen mitgearbeitet und zahlreiche Ausstellungen kuratiert, wie die aktuelle und sehr erfolgreiche Ausstellung zu Stonehenge im MAMUZ Museum Mistelbach. Seit 2012 ist er auch stellvertretender Leiter des Vienna Institute for Archaeological Science und Sprecher eines Doktoratskollegs für Archäologische Prospektion an der Universität Wien. Letztes Jahr wurde er vom Klub der Bildungs- und WissenschaftsjournalistInnen zum Wissenschaftler der Jahres 2015 gewählt, und zwar für seine Fähigkeit, wissenschaftliche Ergebnisse der interessierten Öffentlichkeit begreifbar zu machen und die "Faszination Wissenschaft" authentisch zu vermitteln.

 


UNESCO-Welterbefest der Pfahlbauten in Europäischen Kulturerbejahr 2018

Mondsee / Wien / Keutschacher See, 8.6.2018

 

Das UNESCO-Welterbefest der Pfahlbauten wird heuer zeitgleich in Keutschach am See (K) und in Mondsee (OÖ) gefeiert. Beide Feste werden im Europäischen Kulturerbejahr, das unter dem Motto „Sharing Heritage“ steht, miteinander durch Live-Schaltungen verbunden.

 

Wenn sich am 16. Juni an der Seepromenade in Mondsee alles um das UNESCO-Welterbe der Pfahlbauten dreht, werden die Besucherinnen und Besucher nicht alleine die zahlreichen stein- und bronzezeitlichen Dorfruinen Oberösterreichs im Blick haben. Auch die Pfahlbauten im Keutschacher See werden Thema sein, denn zeitgleich zum Fest in Mondsee findet ein Pfahlbauten-Welterbefest in Kärnten statt. Mehrere Live-Schaltungen werden beide Veranstaltungen für Besucherinnen und Besucher in Oberösterreich und Kärnten zu einem gemeinsamen Erlebnis werden lassen.

 

„Es ist uns wichtig, die Menschen durch das Thema „Pfahlbauten“ zusammenzubringen. Neben dem Schutz und der Wissensvermittlung zu diesen einmaligen archäologischen Denkmälern ist das eine unserer zentralen Aufgaben“, erklärt Cyril Dworsky, der den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes managet. Umso wichtiger also, dass sich regionale Partner in Organisation und Gestaltung des Welterbefestes einbringen können. „Am Mondsee hat z.B. der Verein Heimatbund Mondseeland viel der organisatorischen Arbeit übernommen, aber auch die beiden Vereine am Attersee wirken tatkräftig mit", erklärt Carmen Löw, die im Kuratorium Pfahlbauten für die Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung in Oberösterreich zuständig ist.

 

In Kärnten und Oberösterreich wird man sich über aktuelle Forschungsprojekte zu den österreichischen Pfahlbauten informieren können. Präsentiert werden dabei unter anderen die neuesten Forschungsergebnisse zum berühmten Mondseer Ur-Knödel, der nach jüngsten den Analysen an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien vermutlich eher ein Ur-Weckerl war. Auch die Ergebnisse jener Tauchgänge, welche das Mini-U-Boot Manjo im Forschungsprojekt von Archaeonautic in den UNESCO-Pfahlbauten von See unternommen hat, werden gezeigt. Das Forschungsboot des Kuratoriums Pfahlbauten wird man ebenso besichtigen können wie die „Aurora“, die mit neuester Sonartechnologie den Seegrund zentimetergenau vermessen kann und in Zukunft auch dreidimensionale Bilder der Schichten und Strukturen im Seeuntergrund liefern wird.

 

Neben dem Heimatbund Mondseeland, der mit einer Ausstellung im Freien aufwarten wird, sind unter anderem die Vereine Pfahlbau am Attersee und die Freunde der Archäologie am Welterbefest beteiligt. Letztere haben es sich zur Aufgabe gesetzt, den Besucherinnen und Besuchern des Festes eine kulinarische Zeitreise zu ermöglichen, während Pfahlbau am Attersee kleinen und großen Gästen zeigen wird, wie man in der Steinzeit Steinklingen herstellte. Für Kinder wird es außerdem eine Malstation, ein Ausgrabungsspiel und Zeichnen unter Wasser geben.

 

Der Heimatbund Mondseeland wird weiters mit einer außergewöhnlichen Fotostation dafür sorgen, dass die Erinnerungsfotos an dieses ungewöhnliche Fest einen passenden Rahmen haben. Unvergesslich versprechen weiters Fahrten mit einem historischen Einbaum zu werden. „Natürlich haben wir in Mondsee auch Einbäume beim Welterbefest, immerhin haben Bau und Verwendung dieser einfachen Boote bei uns eine lange Tradition“, sagt Johannes Pfeffer vom Heimatbund Mondseeland.

 

Das UNESCO-Welterbefest findet in der Gemeinde Mondsee an der Seepromenade und in der Gemeinde Keutschach am See im Schlosspark (Keutschach Ort) am 16. Juni 2018 ab 11.00Uhr statt. Wer nicht vor Ort dabei sein kann, hat über den Facebook-Live-Stream von Pfahlbauten in Österreich die Möglichkeit, zumindest virtuell von jedem Ort Europas aus mitzufeiern.

 

Hintergrundinformation zur Veranstaltung:

UNESCO-Welterbefeste zu den prähistorischen Pfahlbauten finden in Oberösterreich und Kärnten statt, wo sich auch die zum Welterbe „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“ gehörenden Fundstellen befinden. Sie werden ausgerichtet vom Kuratorium Pfahlbauten, das stellvertretend für die Republik Österreich den österreichischen Teil dieses internationalen UNESCO-Welterbes betreut. Die Feste werden als Gemeinschaftsveranstaltungen mit regionalen Partnern umgesetzt. In Keutschach am See wird das Fest vom Kuratorium Pfahlbauten, gemeinsam mit der Gemeinde Keutschach am See und dem Verein „Pfahlbauten Seental Keutschach – Freunde des Welterbes“ ausgerichtet. In Mondsee ist das Welterbefest eine gemeinsame Veranstaltung der Kuratoriums Pfahlbauten, des Heimatbundes Mondseeland und der Gemeinde Mondsee. Der Eintritt ist frei.

 

Hintergrundinformation zu den mitwirkenden Forschungsprojekten:

Das Forschungsprojekt Zeitensprung ist Teil einer groß angelegten Forschungsinitiative, die infolge der Aufnahme von 111 internationalen Fundstellen in die Welterbeliste (UNESCO World Heritage Prehistoric Pile Dwellings around the Alps) initiiert wurde. Die Forschungsergebnisse werden in die oberösterreichische Landesausstellung zum Thema „Pfahlbauten“ einfließen. Die Projektleitung von „Zeitensprung“ liegt bei Jutta Leskovar vom Oberösterreichischen Landesmuseum (OÖLM), stellvertretender Projektleiter ist Cyril Dworsky vom Kuratorium Pfahlbauten. Die Ausgrabungen werden von Henrik Pohl und Helena Seidl da Fonseca, beide Kuratorium Pfahlbauten, geleitet. Die Ausstellung „Ein Zeitensprung zu den Pfahlbauten“, die vom Heimatbund Mondseeland am Welterbefest gezeigt wird, gehört zum Begleitprogramm der Ausgrabungen, das weiters Vorträge, Führungen und einen Unterwasser-Livestream umfasst. Das Programm wurde konzipiert von Carmen Löw (Kuratorium Pfahlbauten). Es wird in Kooperation mit lokalen Vereinen umgesetzt. Weblink: https://www.pfahlbauten.at/projekte/zeitensprung

 

Archaeonautic ist eine Projektgruppe an der HTW Dresden (D), die sich mit unterwasser-archäologischen Dokumentationstechniken befasst. Im Zentrum stehen kostengünstige und leicht zu bedienende Lösungen für Dokumentationen von Grabungsflächen und Surveys. Das Kuratorium Pfahlbauten wirkt an Archaeonautic mit, um künftig detailgetreue Oberflächenmodelle von Pfahlbausiedlungen mit geringstmöglichem Aufwand erstellen zu können. Durch diese Forschungen soll u. a. eine zeitlich engere und noch umfassendere Überwachung der UNESCO-Welterbestätten möglich werden, die dadurch künftig noch besser geschützt werden können. Weblink: http://www.archaeonautic.de/

 

Das Forschungsboot Aurora gehört einer gemeinsamen Initiative des Landes Oberösterreich, des Ludwig Boltzmann Institutes für Archäologische Prospektion und Virtuelle Archäologie und der Universität Wien (Vienna Institute for Archaeological Science) an. Das Projekt „Archäologische Prospektion oberösterreichischer Pfahlbauten“ (ArchPro OÖ Pfahlbauten) soll neue Erkenntnisse über die Pfahlbaustätten und ihre Umgebung durch den Einsatz neuester zerstörungsfreier archäologischer Prospektionsmethoden liefern. Das Projekt gehört zu den Vorarbeiten der geplanten oberösterreichischen Landesausstellung zum Thema Pfahlbauten, die im Jahr 2027 stattfinden wird. Weblink: http://archpro.info/

 

Bilddatei: PA20180608_Pfahlbau-WEF_K Bildnachweis: Kuratorium Pfahlbauten

Bildunterschrift: UNESCO-Welterbefest der Pfahlbauten in Keutschach am See.

 

Bilddatei: PA20180608_Pfahlbau-WEF_OOe Bildnachweis: Kuratorium Pfahlbauten

Bildunterschrift: UNESCO-Welterbefest der Pfahlbauten in Mondsee.

 

Bilddatei: PA20180608_Pfahlbau-WEF_OOe_1 Bildnachweis: Kuratorium Pfahlbauten

Bildunterschrift: Besucherinnen und Besucher sind am Welterbefest in Mondsee eingeladen, das Forschungsboot des Kuratoriums Pfahlbauten zu besichtigen.

 

Bilddatei: PA20180608_Pfahlbau-WEF_OOe_2 Bildnachweis: Ketill Gunnarsson

Bildunterschrift: Mini-U-Boot Manjo beim Einsatz im Mondsee.

 

Bilddatei: PA20180608_Pfahlbau-WEF_OOe_3 Bildnachweis: Kuratorium Pfahlbauten

Bildunterschrift: Die Pfahlbauten des UNESCO-Welterbes in See am Mondsee.


Verein Freunde der Archäologie feierte beim Dorffest die Namensgebung ATARHOF für seine Ausstellungsräume

Am 09. Juni hatte der Verein Freunde der Archäologie im Rahmen des Atterseer Dorffestes zu einem kleinen Festakt geladen. Mit der Enthüllung des Schildes ATARHOF bekamen die Ausstellungs- und Workshop-Räume des Vereins einen auf die bedeutende mittelalterliche Geschichte von Attersee verweisenden Namen.

 

In Anwesenheit des Attersee Bürgermeisters, Dipl. Ing. (FH) Walter Kastinger, und des Grabungsleiters und Site-Managers für das Kuratorium Pfahlbau, Mag Henrik Pohl wurde vom Obmann des Vereins, Martin Höchsmann die Namenstafel ATARHOF am altehrwürdigen Hagerhaus enthüllt. Der Name verweist auf den 885 erstmals erwähnten karolingischen Königshof und die Ansiedlung Atarnhoven.

 

Bürgermeister Kastinger wies in seiner Ansprache auf den wichtigen Beitrag hin, den die Wiederbelebung der früher von der Post genutzten Räume für Attersee leiste. Die im ATARHOF stattfindenden Ausstellungen und Führungen belebten nicht nur das Ortszentrum, sondern förderten das Interesse von Jung und Alt am Weltkulturerbe Pfahlbau und an den archäologischen Schätzen in unserer Region.

 

Henrik Pohl von Kuratorium für Pfahlbau hob hervor, dass nun in allen österreichischen Weltkulturerbe-Orten der Pfahlbauten lokale Verein sich um die Anliegen des Kuratoriums bemühten und betonte, wie wichtig die Vermittlungsaufgabe sei, die der Vereins Freunde der Archäologie leiste. Das Kuratorium sei froh und dankbar, dass vor Ort ein Verein den Spannungsbogen bis 2027 zur Landesausstellung über die Pfahlbauten aufrecht erhalte und wichtige Vorbereitungsarbeit leiste.

 

Arnold Mörzinger vom Verein Freunde der Archäologie gab den anwesenden Gästen daraufhin einen kurzen Einblick in die Geschichte des Hagerhauses, dem ältesten Gebäude am Atterseer Landungsplatz. In dessen Erdgeschoß befinden sich die Räumlichkeiten des ATARHOFs. Das heute noch immer stattliche Haus spiegelt die Wirtschafts- und Tourismus-Vergangenheit des Ortes wider. 1788 erstmals als „Wirtshauß des Mathias Gugg“ erwähnt, wurde es 1842 von der Unternehmerfamilie Hager erworben, daneben eine Brauerei und das Hotel Attersee gegründet und 1875 im Villenstil zu einem stolzen Gästehaus umgebaut, als das es sich heute noch präsentiert. Die längste Zeit diente das Hagerhaus allerdings als Amts- und Postgebäude.

 

Alle Anwesenden wünschten dem jungen Verein Freunde der Archäologie, der auf öffentliche Zuwendungen und private Spenden angewiesen ist, für die Zukunft alles Gute und einen großen Zuspruch bei seinen vielfältigen Aktivitäten, insbesondere den Vorträgen der archäologischen Fachleute, die der Verein immer wieder nach Attersee einlädt.

 

Hintergrundinformation:

Der Verein Freunde der Archäologie des Attersees und seines Hinterlandes hat sich zum Ziel gesetzt, spannende wissenschaftliche Themen der Archäologie und neuere Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung aus der Region einem interessierten, größeren Publikum zu vermitteln. Er hält ständigen Kontakt mit wissenschaftlichen Instituten und Institutionen, lädt Fachleute zu Referaten ein, experimentiert selbst mit alten Kulturtechniken wie Keramikherstellung, Färben, Stein- und Holzbearbeitung und Kochen. Er gibt seine Erfahrungen in Workshops an Gruppen von Erwachsenen und Schüler weiter.

 

Der Verein betreibt den ATARHOF mit wechselnden Ausstellungen und Workshops und betreut den Pfahlbau-Pavillon in Attersee, erweitert um einen prähistorischen Garten von Nutzpflanzen aus der Pfahlbau- bis zur Römerzeit. Als gemeinnütziger Verein ist er auf öffentliche Zuwendungen und private Spenden angewiesen.

 

Für den Verein Freunde der Archäologie Mag. Arnold Mörzinger

 

Anlagen: 2 Bilder


Palafittes Tour in Attersee am 28. Mai 2018

Bei den Freunden der Archäologie zu Besuch am Pavillon und prähistorischen Garten und ATARHOF

 

Die Radlfreunde der Palafittes Tour 2018 erleben mit den Freunden der Archäologie Attersee den Pavillon der Pfahlbauten und prähistorischen Garten, begleitet von Cyril Dworsky, Helga Oeser und Engelbert Seiringer.

 

Nach einer Einführung in die Erlebniswelt der Bewohner vor ca. 4000 Jahren v.Chr. und in ihre Gewohnheiten hinsichtlich Ernährung, Medizin und Färbetechnik entwickelte sich eine fachlich geprägte Diskussion, die für alle Beteiligten von großem Interesse war. Die Bedeutung der Ernährung beispielsweise mit Getreiden, Gemüsen, Beerenfrüchten und Nüssen sowie der Anwendung von Pflanzen für medizinische Indikationen und Verwendung von Färbepflanzen zum Färben von unterschiedlichen Materialien wie pflanzlichen und Tierischen Fasern ergab eine Fülle an Diskussionsthemen. Nach dem Rundgang durch die Pavillon – Anlage erfolgte der Besuch im Atarhof – der Ausstellungsstätte des Vereins der Freunde der Archäologie – wo die Ausstellung über die Ergebnisse der Workshops Keramik und Färben mit Naturfarbstoffen weiteren Anlass zu fachlichen Gesprächen ergab.

 

Es war ein erfolgreiches Treffen mit den Radlern der Palafittes Tour hinsichtlich fachlicher und persönlicher Kommunikation. Der Verein der Freunde der Archäologie bedankt sich bei den Organisatoren für diese wunderbare Begegnung und wünscht sich weiterführende Diskussionen dieser Art.

 

Prof. Dr. Helga Oeser (Schriftführerin)

Attersee, 28. Mai 2018


Workshop - Färben mit Naturfarben aus Färbepflanzen

Der Verein Freunde der Archäologie führte am 26. Mai 2018 den Workshop, FÄRBEN mit NATURFARBEN aus FÄRBEPFLANZEN durch.

 

Es wurden Wolle und Leinen mit den Farbstoffen Indigo Blau (Färberwaid), Krapp Rot (Färberkrapp) und Kamillen Gelb (Färberkamille) gefärbt. Seit der Bronzezeit (in: Mitteleuropa 2.200 – 800 BC) färbten die Menschen ihre Stoffe mit Pflanzen. Textilfunde aus den prähistorischen Salzabbaustellen in Hallstatt/Oberösterreich lassen Farbanalysen aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes zu. In der Urgeschichte wurde meistens Wolle gefärbt, das Färben von Leinen ist aufgrund des Faserabbaus schwieriger. Ab der Hallstattzeit (800 – 450 BC) wurden verschiedene Färbetechniken angewandt.

 

In Rahmen der Wirkshops werden mit den Färbepflanzen, wie beispielsweise - Färberwau, Färberwaid, Färberkrapp und Färberkamille Wolle und Textilien gefärbt, wobei die Pflanzen und auch ihre Extrakte verwendet werden Es werden unterschiedliche Farbtechniken eingesetzt, die sich u.a. auf die Bedeutung der Beize für die Färbeprozesse und die Anwendung der Farbstoffe beziehen.

 

Bei Naturfärbungen wird in der Regel eine Beize verwendet, wodurch die Farbe besser von der Faser aufgenommen wird. Bei Direktbeize wird das Beizmittel dem Färbebad direkt zugesetzt. Als Beizmittel bzw. Zusätze zum Färben können verwendet werden: Alaun, Eisensulfat, Gallapfelpulver, Haushaltsessigessenz (sehr selten), Obstessig, Pottasche, Soda und Weinsäure.

 

FÄRBEN mit NATURFARBEN - Weitere Workshops finden statt:

30. Juni, 28. Juli, 18. August und 22. September 2018, von 10 bis 13 Uhr im Atarhof, Landungsplatz – Attersee

Kostenbeitrag (einschließlich Materialien): Euro 20.- (Erwachsene), Euro 5.- (Schulkinder)


Sensationelles über 7000 Jahre Salz – im Bergbau Hallstatt

Vortrag des Archäologen Mag. Hans Reschreiter am 22. Mai im Seehof, Attersee anlässlich einer Veranstaltung des Vereins der Freunde der Archäologie

  • Hallstatt liegt im Zentrum der ältesten Kultur- und Industrielandschaft der Welt. Seit über 7000 Jahren wird im Salzkammergut Salz produziert – bis heute.
  • Von der Bronzezeit bis in die römische Zeit ist in Hallstatt ausgedehnter Bergbau nachgewiesen (1500 v. Chr. bis 200 n. Chr.).
  • Die Bergleute haben in den riesigen untertägigen Abbaukammern alles an Werkzeugen und Geräten liegen gelassen, was zu Bruch gegangen ist, oder nicht mehr benötigt wurde.
  • Durch die besonderen Erhaltungsbedingungen im Salzbergwerk haben sich in diesem Betriebsabfall tausende prähistorische Geräte und Gegenstände aus organischen Materialien wie Holz, Fell, Leder und Textil erhalten. Viele Stücke haben nur in diesem Bergwerk die Jahrtausende überdauert. So finden sich im Hallstätter Salzberg der älteste Rucksack genauso wie die älteste Holzstiege Europas und die ältesten Handschuhe.

Diese oft einmaligen Funde aus dem Bergwerk und dem Gräberfeld machen Hallstatt zu einem Schlüsselfundort für das Verständnis und die Erforschung unserer Vergangenheit und haben wesentlich zur Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe beigetragen.

Durch das Salz wurde Hallstatt um 800 v. Chr. zur reichsten Gemeinschaft in Mitteleuropa. Die außerordentlichen Beigaben in den Gräbern der Bergleute zeugen eindrucksvoll von dieser Glanzzeit. Bernstein, Elfenbein und Wein aus dem Süden wurden den Verstorbenen auf die Reise ins Jenseits mitgegeben.

 

Neben der Erforschung der letzten Jahrtausende des Salzkammergutes ist es auch das Hauptziel der Wissenschaftler, diese einmalige Geschichte sichtbarer zu machen. Für die fast 200.000 Besucher pro Jahr erschließt sich auf den ersten Blick nur eine romantische Gebirgslandschaft, doch der unglaubliche Reichtum an archäologischen Ereignissen erfährt der Besucher bei den hoch interessanten Führungen.

 

Die begeisterten Zuhörer und vor allem Obmann Martin Höchsmann bedanken sich für den faszinierenden Vortrag und freuen sich auf weitere Informationen aus Hallstatt.

 

Verein der Freunde der Archäologie

Prof. Dr. Helga Oeser (Schriftführerin)

 

Bilder:

Referent: Mag. Hans Reschreiter

„Bergarbeiter“ in Hallstatt (v.l.n.r.): Henrik Pohl, Arnold Mörzinger, Hans Reschreiter, Helga Oeser, Martin Höchsmann, Vroni Wurmsdobler


22. Mai 2018 - 20 Uhr im Seehof Attersee - Vortrag über 7000 Jahre Salz – der Bergbau in Hallstatt -

Archäologie im Bergbau Hallstatt und die umgebende Fundlandschaft mit den Wissenschaftlern Mag. Hans Reschreiter, Dr. Kerstin Kowarik - Naturhistorisches Museum Wien

 

Hallstatt liegt im Zentrum der ältesten Kultur- und Industrielandschaft der Welt. Seit über 7000 Jahren wird im Salzkammergut Salz produziert – bis heute.

 

Von der Bronzezeit bis in römische Zeit sind in Hallstatt ausgedehnte Bergbaue nachgewiesen (1500 v. Chr. bis 200 n. Chr.). Die Bergleute haben in den riesigen untertägigen Abbaukammern alles an Werkzeugen und Geräten liegen gelassen, was zu Bruch gegangen ist, oder nicht mehr benötigt wurde. Durch die besonderen Erhaltungsbedingungen im Salzbergwerk haben sich in diesem Betriebsabfall tausende prähistorische Geräte und Gegenstände aus organischen Materialien wie Holz, Fell, Leder und Textil erhalten. Viele Stücke haben nur in diesem Bergwerk die Jahrtausende überdauert. So finden sich im Hallstätter Salzberg der älteste Rucksack genauso wie die älteste Holzstiege Europas und die ältesten Handschuhe. Diese oft einmaligen Funde aus dem Bergwerk und dem Gräberfeld machen Hallstatt zu einem Schlüsselfundort für das Verständnis und die Erforschung unserer Vergangenheit und haben wesentlich zur Ernennung zum UNESCO-Weltkulturerbe beigetragen.

 

Durch das Salz wurde Hallstatt um 800 v. Chr. zur reichsten Gemeinschaft in Mitteleuropa. Die außerordentlichen Beigaben in den Gräbern der Bergleute zeugen eindrucksvoll von dieser Glanzzeit. Bernstein, Elfenbein und Wein aus dem Süden wurden den Verstorbenen auf die Reise ins Jenseits mitgegeben. Damit über Jahrtausende auf hohem Niveau produziert werden konnte, musste die Versorgung der Betriebsanlagen klaglos funktionieren. Für die letzten Jahrhunderte ist die Quellenlage zum Salzwesen und zur Vernetzung des Salzkammergutes recht gut und der Bedarf und die Bereitstellung von Energie, Nahrung, Werkzeug und Gerät, Grubenholz und Arbeitskraft ist fassbar. Auch für die prähistorische Zeit erlauben die perfekten Erhaltungsbedingungen im Bergwerk und das reiche Fundmaterial im Bestattungsplatz eine gute Rekonstruktion des Betriebs. Durch die archäologischen Ausgrabungen ist der Bergbau zwischen 1500 v. Chr. und 400 nach Chr. zum Teil gut erforscht und der Bedarf an Betriebsmitteln und Grundversorgung ist abschätzbar.

 

In der langen Geschichte des Salzkammergutes finden sich aber auch Zeiträume, die nur wenig oder bisher gar nicht bekannt sind. So sind vom Anfang vor 7000 Jahren bis um 1500 v. Chr. noch viele Fragen offen. Auch zwischen dem Ende der römischen Herrschaft bis zu den ersten mittelalterlichen Urkunden klafft eine Lücke von 800 Jahren in der Salzgeschichte. Um die 7000-jährige Erfolgsgeschichte des Salzes möglichst lückenlos darstellen zu können, greifen wir auf Archive im Boden und auch auf „klassisches Archivmaterial“ aus Papier zurück. Im Boden sind vor allem Moore und Seeablagerungen einmalige Archive, die über Jahrtausende Landschafts- und Vegetationsgeschichte der umgebenden Region gespeichert haben. Neben der Erforschung der letzten Jahrtausende des Salzkammergutes, ist es auch eines unserer Hauptziele, diese einmalige Geschichte sichtbarer zu machen.

 

Das Hallstätter Salzbergtal ist vermutlich die dichteste und reichste Industrie- und Kulturlandschaft, die wir in Europa kennen. Auf engstem Raum drängen sich Jahrtausende – und trotzdem ist davon auf den ersten Blick nichts zu erkennen. Für die fast 200.000 Besucher pro Jahr erschließt sich auf den ersten Blick nur eine romantische Gebirgslandschaft. Nichts deutet auf die ganz besondere Stellung dieses Tales hin. Eine spezielle Herausforderung für die nächsten Jahre wird es sein, die faszinierende Geschichte dieser Landschaft zu visualisieren und zu vermitteln, wie über Jahrtausende eine ganze Region nur auf einen Zweck – die Salzproduktion – ausgerichtet war.

 

Rückfragenhinweis: Verein der Freunde der Archäologie

Tel. 0664 4036704 - e-mail: helga.oeser@gmx.net


Mutterschaft in der Urgeschichte aus sozialer und medizinhistorischer Sicht

Vortrag vom 4. Mai 2018:

Archäologin Priv. Doz. Mag. Dr. Katharina Rebay-Salisbury, Institut für orientalische und europäische Archäologie, Wien

 

Wie Babys und Kleinkinder in der Urgeschichte behandelt wurden und welchen Einfluss Mutterschaft auf das Ansehen und den gesellschaftlichen Stand der Frauen hatte, wird derzeit in einem geförderten Projekt untersucht. Im Besonderen werden Spuren im menschlichen Skelett von Frauen und Kindern mit paläopathologischen, histologischen, biochemischen und molekularbiologischen Methoden erforscht, die hoch interessante Informationen über Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit sowie Aufschlüsse über den sozialen Zusammenhalt in der Bronze- und Eisenzeit Mitteleuropas liefern.

 

Die Zuhörer folgten mit großer Spannung den Ausführungen der Referentin, die uns weiterhin über die Forschungsergebnisse auf dem Laufenden halten wird.

 

Prof. Helga Oeser (Bericht und Bilder)

Verein der Freunde der Archäologie – Attersee


Urgeschichte an den Seeufern und Alpen Oberösterreichs

Die Freunde der Archäologie erlebten die Urgeschichte Oberösterreichs (ca. 4.000 – 800 v. Chr.) hautnah mit Fachleuten wie Mag. Georg Rösel und Mag. Helga Rösel – Mautendorfer in Attersee am 20. und 21. April 2018.

 

Abb.: Mag. Georg Rösel und Mag. Helga Rösel – Mautendorfer mit Kindern am Pavillon Attersee

 

Zur Garantie des Lebensunterhaltes sind unsere Vorfahren bis zu ihrer Sesshaftigkeit immer von Ort zu Ort weiter gezogen, bis sie in unserem Seengebiet sesshaft wurden und die Pfahlbauten errichtet haben. In der sogenannten Neolithischen Revolution haben sie ihren Lebensraum in Form von Nahrungsbeschaffung durch Jagen, Anbau von Getreiden und Pflanzen aller Art – Gemüse, Obst, Lein und Färberpflanzen, etc. - und Bearbeitung von Holz und Leder gestaltet, nicht zuletzt durch den Bau der Pfahlbauten an unseren Seeufern. Archäologische Funde zeugen von ihren Lebensgewohnheiten, gekennzeichnet durch die Bearbeitung von Holz und Steinen – vor allem Feuerstein zur Herstellung von Werkzeugen und Gebrauchsgegenständen für den Alltag, nicht zuletzt für die Jagd von Tieren. Über die Bedeutung des Feuers, dessen Erzeugung und Nutzung im täglichen Leben, insbesondere beim Brennen von Keramiken sowie der Herstellung von Birkenteer und vieles mehr wurde mit dem Referenten Mag. Georg Rösel eingehend diskutiert.

 

Die Bearbeitung von Häuten und Erzeugung von Leder nach verschiedenen Methoden sowie Herstellung von Bast, Leinen und Flachs und deren Verwendung faszinierten die Zuhörer sehr.

 

Der einführende Vortrag in das Leben der prähistorischen Bevölkerung in unserem Seengebiet war ein wunderbarer Einstieg in die Geheimnisse des Lebens unserer Vorfahren.

 

Die Bedeutung des Färbens mit Naturfarben wurde am nachfolgenden Tag mit Frau Mag. Helga Rösel – Mautendorfer im Rahmen eines Workshops vertieft. Schon seit der Bronzezeit (in Mitteleuropa 2200 – 800 v. Chr.) färbten die Menschen ihre Stoffe mit pflanzlichen und tierischen Farbstoffen; diese hoch interessante Kunst wurde bei allen nachfolgenden Kulturen weiterentwickelt – bis in unsere heutige Gesellschaft.

 

Man unterscheidet drei verschiedene Färbetechniken:

 

- Die Direktfärberei zum Beispiel mit Rinden.

 

- Die Beizfärberei für rote und gelbe Färbungen.

 

- Und die Küpenfärberei, mir der man mit Färberwaid Blau färben konnte.

 

Letzteres war ein wesentlicher Bestandteil des Workshops – das Färben mit Indigo an unterschiedlichen Materialien wie Schafwolle und Leinen. Weitere Färbungen erfolgten mit Weidenrinde und Faulbaumrinde (gelb- und braungelbe Färbung), sowie mit Schildläusen zur Rot-Färbung, die bei unseren Vorfahren, beispielsweise den Kelten und Römern sehr beliebt waren.

 

Als Abschluss des Workshops genossen die Teilnehmer das beim Verein der Freunde der Archäologie übliche Pfahlbauessen, bestehend aus Attersee – Sushi und Pfahlbaueintopf.

 

Weitere Workshops über die Herstellung von Keramiken und Färben mit Naturfarben sind unserer Homepage www.archaeofreunde und den Touristenverbänden e-mail: info@attersee.at und Tel: 07666/7719 zu entnehmen.

 

Prof. Helga Oeser (Schriftführerin )


Mini-U-Boot wieder unterwegs in den UNESCO-Pfahlbauten im Mondsee

Vom 19. bis 21. April werden deutsche Wissenschaftler wieder gemeinsam mit dem Kuratorium Pfahlbauten in der Pfahlbausiedlung See den Einsatz von neuen Technologien erforschen. Interessierte sind eingeladen, am Bildschirm zu beobachten, wie live ein virtuelles 3D-Modell der Siedlung entsteht.

 

Bereits zum vierten Mal wird Marco Block-Berlitz von der HTW Dresden mit seinem Team anreisen, um neue Dokumentationstechniken in den UNESCO-Pfahlbauten See zu testen. Mit Hilfe eines kleinen, ferngesteuerten U-Bootes wird der Professor für Computergrafik mit seinen Helfern dabei die Oberfläche der Pfahlbausiedlung abfilmen und aus den Videos direkt vor Ort ein virtuelles 3D-Modell erstellen.

 

Ziel des Projektes, das gemeinsam mit dem österreichischen Management des UNESCO-Welterbes der Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen durchgeführt wird, ist die Weiterentwicklung von Dokumentationstechniken. „Wir wollen damit langfristig eine schonende und kostengünstige Überwachung des Erhaltungszustandes von Unterwasserdenkmälern ermöglichen“, erklärt Cyril Dworsky vom Kuratorium Pfahlbauten. Eine solche Überwachung, die aufgrund des hohen Personalaufwandes mit Spezialisten alleine nicht zu bewerkstelligen sei, könne mit der richtigen Technik eines Tages gemeinsam mit Citizen Scientists erfolgen.

 

Eine solche Einbindung der Menschen und die Möglichkeit, direkt an der Erhaltung des UNESCO-Welterbes mitzuwirken, sei auch ganz im Sinne der Welterbekonvention, ergänzt Carmen Löw, die im Kuratorium Pfahlbauten unter anderem für die Zusammenarbeit mit den Menschen vor Ort zuständig ist. „ Wir wollen und sollen den Menschen Anteil am Welterbe geben. Mit Projekten wie Archaeonautic kann das auch im Denkmalschutz auf Augenhöhe erfolgen.“

 

Interessierte sind eingeladen, ab Donnerstagnachmittag bis Samstagabend bei der UNESCO-Welterbesiedlung See am Ausfluss des Mondsees vorbeizuschauen. Sie können sich dann nicht nur einen Eindruck vom Fortschritt im Forschungsprojekt verschaffen, sondern auch eine der seltenen Gelegenheiten nutzen, die rund 6000 Jahre alten Pfahlbauten von See trockenen Fußes und ganz aus der Nähe zu betrachten.

 

Hintergrundinformation: Das Kuratorium Pfahlbauten betreut den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Es ist für den Schutz und die Wissensvermittlung der fünf österreichischen Pfahlbau-Welterbestätten zuständig. Das Kuratorium beteiligt sich außerdem an der Erforschung der österreichischen Pfahlbauten und hat mit den „Studies on Community Heritage Involvement and Communication“ einen eigenen Forschungsschwerpunkt, in dessen Zentrum die Interaktion mit der Öffentlichkeit steht.

 

Seit 2016 kooperiert das Kuratorium Pfahlbauten mit der Forschungsgruppe Archaeonautic von der HTW Dresden. Die Untersuchungen in der UNESCO-Welterbestätte See finden im Rahmen des Forschungsprojektes Archaeonomous statt. Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines semi-autonomen Mini-U-Boots auf Basis bereits vorhandener Hardware, das sich für Sondierungstauchfahrten an potentiellen Fundstätten aber auch für regelmäßige Monitoring-Aufgaben einsetzen lässt.

 

Bildmaterial: Ein Schnorchler setzt das Mini-U-Boot Manio vorsichtig in den Mondsee. Bildnachweis: Kuratorium Pfahlbauten

 

Rückfragehinweis:

Kuratorium Pfahlbauten

Mag. Carmen Löw

Public Relationship und Presse

Burgring 7

1010 Wien

Tel: +43 (0)699 181 05410

E-Mail: loew@pfahlbauten.at

www.pfahlbauten.at


Vortrag über Werkzeuge der Stein- und Bronzezeit

Freitag am 20. April 2018 um 19.00 Uhr im Hotel Oberndorfer, Spiegelsaal, Attersee - Mag. Georg Rösel

 

Studierte Physik und Geschichte; beschäftigt sich experimentell mit alten Handwerkstechniken wie Lederbearbeitung, Knochen und Geweihbearbeitung, Birkenteerherstellung und Birkenrindenbearbeitung. Seit 2011 im Freilichtmuseum Keltendorf Mitterkirchen tätig.

 

Feuermachen, Knochen- und Geweihbearbeitung, Holzbearbeitung, Lederherstellung, Zwirnbindung und Bronzeguss waren wichtige Techniken für die Menschen der Jungsteinzeit und der beginnenden Bronzezeit. Anhand von Funden und experimenteller Archäologie gibt der Vortrag einen Überblick über die von den PfahlbautenbewohnerInnen verwendeten Materialien und die Techniken der Bearbeitung.


Workshop Färben mit Naturpflanzen

Samstag 21. April 2018, 9 – 13 Uhr im Atarhof - Attersee, Landungsplatz 1 - Mag. Helga Rösel-Mautendorfer

 

Experimental – Archäologin, die sich nach dem Studium der Keltologie und der Ausbildung zur Kostümschneiderei sich nunmehr seit 16 Jahren mit der experimentellen Archäologie im Textilbereich und mit Kleidungsrekonstruktionen befasst.

 

Schon seit der Bronzezeit (in Mitteleuropa 2200-800 v. Chr.) färbten die Menschen ihre Stoffe mit pflanzlichen und tierischen Farbstoffen. Textilfunde aus den prähistorischen Salzabbaustellen in Hallstatt/Oberösterreich lassen Farbanalysen aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes zu. In der Urgeschichte wurde meistens Wolle gefärbt, das Färben von Leinen ist aufgrund des Faseraufbaues schwieriger.

 

Man unterscheidet drei verschiedene Färbetechniken:

· die Direktfärberei zum Beispiel mit Rinden

· die Beizfärberei für rote und gelbe Färbungen

· und die Küpenfärberei, mit der man mit Färberwaid Blau färben konnte.

Im Workshop werden die Grundlagen der Pflanzenfärberei vorgestellt und gefärbt.


Workshop - Färben mit Naturfarben aus Färbepflanzen

Im Atarhof (Hagerhaus) in Attersee, Landungsplatz 1, 

 

Termine:

Samstage am 26. Mai, 30. Juni, 28. Juli, 18. August und 22. September von 10 - 13 Uhr.

 

Anmeldung: Verein der Freunde der Archäologie:

Tel: 0664 4ß36704, e-mail: helga.oeser@gmx,net www.archaeofreunde.at

oder Tourismusverband – Attersee, Tel: 07666 /7719 und e-mail: info@attersee.at

 

Kostenbeitrag (einschließlich Materialien): Euro 20.- (Erwachsene), Euro 5.- (Schulkinder)

 

 

Seit der Bronzezeit (in: Mitteleuropa 2.200 – 800 BC) färbten die Menschen ihre Stoffe mit Pflanzen. Textilfunde aus den prähistorischen Salzabbaustellen in Hallstatt/Oberösterreich lassen Farbanalysen aufgrund ihres guten Erhaltungszustandes zu. In der Urgeschichte wurde meistens Wolle gefärbt, das Färben von Leinen ist aufgrund des Faserabbaus schwieriger.

 

Ab der Hallstattzeit (800 – 450 BC) wurden verschiedene Färbetechniken angewandt. Am einfachsten war die Direktfärberei zum Beispiel mit Rinden. Die Rinden enthalten Gerbstoffe und deshalb konnten die Farbstoffe auf den Stoffen halten. Für rote und gelbe Färbungen musste man die Wolle durch Beizen vorbereiten. Dazu verwendete man aluminium -, kupfer – oder eisenhaltige Beizmittel. Am aufwendigsten ist die Küpenfärberei, mit der man z.B. mit Färberwaid Blau färben konnte.

 

In Rahmen der Wirkshops werden mit den Färbepflanzen, wie beispielsweise - Färberwau, Färberwaid, Färberkrapp und Färberkamille Wolle und Textilien gefärbt, wobei die Pflanzen und auch ihre Extrakte verwendet werden Es werden unterschiedliche Farbtechniken eingesetzt, die sich u.a. auf die Bedeutung der Beize für die Färbeprozesse und die Anwendung der Farbstoffe beziehen.

 

Bei Naturfärbungen wird in der Regel eine Beize verwendet, wodurch die Farbe besser von der Faser aufgenommen wird. Bei Direktbeize wird das Beizmittel dem Färbebad direkt zugesetzt. Als Beizmittel bzw. Zusätze zum Färben können verwendet werden: Alaun, Eisensulfat, Gallapfelpulver, Haushaltsessigessenz (sehr selten), Obstessig, Pottasche, Soda und Weinsäure.


Die Freunde der Archäologie zu Besuch im Kindergarten Attersee am 15. März 2018

Mit der Leitung Frau Sonja Ploner – Köttl und ihren Kolleginnen Angela Sterrer, Julia Lohninger und Bernadette Eicher haben sich die Vertreter des Vereins der Freunde der Archäologie (Dr. Helga Oeser) in das Leben der Bewohner der Pfahlbauten sehr schnell eingelebt. Die Kinder des Kindergartens haben anhand der Malvorlagen über Tongefäße aus dem Alten Europa (Linien der Steinzeit der Fa. Labbe www.labbe.de) (Abb.1) die Kulturen der Urgeschichte in Europa kennengelernt. Die Kunstwerke der Kinder sind in Abb.2 dargestellt und weiterhin in einer Bildergalerie im Pfahlbaupavillon Attersee und im Atarhof, Attersee – Landungsplatz Nr.1 zu besichtigen. Die künstlerische Aktivität wurde begleitet mit vielen Diskussionen über das Leben der einzelnen Familien am Attersee, wo und wie sie vor ca 6000 Jahren im Familienverband gelebt haben und sich durch die individuellen Gefäße kenntlich gemacht haben (Abb. 3 und Abb.4: Sonja Ploner – Köttl und Helga Oeser malen mit Kindern des Kindergartens Attersee)

 

Es war ein gelungener Aufenthalt mit viel Freude für Kinder und Erwachsene, die im Sommer mit der Handhabung von Ton und anderen Materialien weiter geführt wird.

 

Dr. Helga Oeser (Text und Bild): für den Verein „Freunde der Archäologie“, Attersee


Vortrag zu UNESCO-Pfahlbauten bei den Freunden der Archäologie war gut besucht

Am 23. Februar hat der Unterwasserarchäologe Henrik Pohl seine Zuhörerinnen und Zuhörer zu einem virtuellen Tauchgang zum UNESCO-Welterbe der prähistorischen Pfahlbauten in Österreich eingeladen.

 

In seinem Vortrag „Ein Tauchgang zum UNESCO-Welterbe der Pfahlbauten“ schaffte Henrik Pohl mit Hilfe von Videos und Fotos die seltene Möglichkeit, die Neunte der inzwischen zehn österreichischen Welterbestätten hautnah zu erleben. Auf spannende Art berichtet der Vortragende über die Ergebnisse der Tauchgänge in Seewalchen, Weyregg und Mondsee.

 

Man fühlte sich unmittelbar in das Leben der Pfahlbauern versetzt, mit welchen Hölzern sie ihre Häuser gebaut und ihr Leben in der Zeit von 3900 – 1500 Jahre v.Chr. eingerichtet haben. Das Freilegen der Kulturschichten unter Wasser liefert eine Fülle an Informationen über die Vegetation, die Tierwelt und die Lebensgewohnheiten unserer Vorfahren, auch über ihre Krankheiten anhand von Funden wie Parasiten, die in Speziallaboratorien untersucht wurden.

 

Am 7. Mai 2016 beginnen die Taucharbeiten im Mondsee, worauf wir uns sehr freuen und mit Spannung warten die Freunde der Archäologie auf weitere Vorträge und darauf, welche Erkenntnisse zur Urgeschichte Henrik Pohl dann präsentieren wird. Begleitende Forschungsaktivitäten unter Einbeziehung der Unterwasserdrohnen des Projektes Archäonautic der HTW Dresden unterstützen die Forschungen des Kuratorium Pfahlbauten und des Oberösterreichischen Landesmuseums, um uns weitere Neuigkeiten aus vergangenen Zeiten berichten zu können.

 

Nach einer angeregten Diskussion der Teilnehmer mit dem Wissenschaftler Henrik Pohl bedankt sich der Veranstalter – der Verein der Freunde der Archäologie, Attersee – für alle Beiträge des interessanten Abends.

 

Bericht : Helga Oeser (Verein der Freunde der Archäologie - Schriftführerin)                                         27. Februar 2018


Aus der Presse:

Verein Freunde der Archäologie bereit für Sommer-Gäste

 

 

 

Seit März 2018 belebt der Verein Freunde der Archäologie die Räumlichkeiten der ehemaligen Post im Hagerhaus. Er hat sich im Untergeschoß eingemietet und diesen samt Innenhof in Anlehnung an den mittelalterlichen Namen von Attersee „Atarhof“ genannt.

 

Als ältestes Stammhaus des Tourismus kommt nun das stattliche Haus im Ortszentrum zu neuen, öffentlichen Ehren.

 

Die altehrwürdigen Räume mit hübscher Holzvertäfelung wurden vom Verein mit Mobiliar bestückt und für Ausstellungen und Workshops adaptiert. So haben uns der Gasthof Hemetsberger, Abtsdorf dankenswerter Weise Tische, Sessel und Lampen, die Elektrofirma Sturm, St. Georgen einen Monitor und andere Spender bequeme Sitzmöbel, Teppiche, Kästen, und einen Kühlschrank zur Verfügung gestellt.

 

Der große, fordere Raum dient nun - mit Unterstützung des UNESCO-Kuratoriums für Pfahlbau, der Uni Wien und des Naturhistorischen Museums Wien - seit März der Präsentation von wechselnden Ausstellungen. Auch Ausstellungsobjekte aus dem Pfahlbaumuseum Mondsee sind zu sehen. Über Monitore können Sie einen virtuellen 3D Rundgang durch ein Pfahlbaudorf erleben.

 

Mit den hinteren Räumen und dem schönen Innenhof ist es uns möglich Gäste, Besucher-gruppen und ganze Schulklassen zu Workshops einzuladen (Keramik, Kochen, Färben, Stein- und Holzbearbeitung wie im Neolithikum). Der Pfahlbau-Pavillon und der prähistorische Garten mit alten Nutzpflanzen werden von uns betreut und dort Führungen veranstaltet.

 

Mit Unterstützung von experimentellen Archäologen haben wir uns in internen Workshops Wissen und Fertigkeiten darüber angeeignet, wie die Pfahlbauern damals ihre Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge gehandhabt und gefertigt haben.

 

Gerne möchten wir unsere Kenntnisse in Workshops im größeren Rahmen an alle Interessierte weitergeben.

 

Für Schüler und Kindergartenkinder werden auch online Spiel- und Unterrichtsmaterialien angeboten. Auf unserer Homepage kündigen wir all unsere Aktivitäten (Vorträge, Workshops, Feste) an, um das Interesse an Urgeschichte in unserer Region zu wecken oder lebendig zu halten.

 

 

 

Als gemeinnütziger Verein ohne große Einnahmen sind wir langfristig auf Mitgliedsbeiträge und Spendengelder angewiesen. Wir haben deshalb ein Spenden-Konto eingerichtet:

 

Freunde der Archäologie, RAIKA St. Georgen Attergau:  AT11 3452 3000 0001 2781

 

 

 

Wir danken allen unseren Unterstützern und freuen uns auf Ihren Besuch.

 


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Kunst der Keramik vor 6000 Jahren und heute

Dies war das Thema des ersten Workshops des Vereins der Archäologie in Attersee mit Fachleuten der Pfahlbauregion – Site Manager des Kuratorium der prähistorischen Pfahlbauten Mag. Henrik Pohl – und Vorstandsmitglieder des Vereins der Freunde der Archäologie, Attersee.

 

Es wurden Keramik-Krüge unter Leitung der Künstlerin Katharina Wider hergestellt, die den Funden der Mondseekultur nachempfunden sind. Ziel der Veranstaltung war, die Grundlagen für weitere Workshops zu diesem Thema zu schaffen, die für Erwachsene und Jugendliche ab April 2018 angeboten sind, wie beispielsweise am 2. Juni, 7. Juli, 4. August und 15. September 2018 in Attersee  - Atarhof, Landungsplatz 1. Näheres ist der Homepage:  www.archaeofreunde.at  zu entnehmen.

 

Eine weitere Veranstaltung zur Herstellung von Keramiken in der Pfahlbauzeit – vor 6000 Jahren – wird von den Archäologie -- Fachleuten Vera und Ludwig Albustin am 14. April 2018 in Attersee angeboten. Anmeldungen bitten wir unter dem Verein der Freunde der Archäologie, Attersee – Tel.0043 664 4036704 – e-mail: helga.oeser@gmx.net und Tourismusverband -  Attersee, Tel: 07666/7719 und e-mail; info@attersee.at

 

Wir freuen uns auf Ihren Besuch!


Pressemitteilung

 Themen-Stammtisch HIGH TECH in der Archäologie vom 12. Januar im Seehof Attersee

 

Hightech in der Archäologie war das spannende Thema  der Vortragenden Arnold Mörzinger (Beirat des Vereines der Freunde der Archäologie, Attersee) und Gerhard Sindelar (geschäftsführendes Mitglied des Unternehmens beyondarts GmbH, Klosterneuburg) im Rahmen der Vortragsreihe 2018 am Attersee. Mit einführenden Worten zu den Themen und Referenten  begrüßte Martin Höchsmann (Obmann Verein der Freunde der Archäologie) und Cyril Dworsky (UNESCO – Kuratorium der Pfahlbauten) die Gäste.

 

Das aufmerksame Publikum wurde von Arnold Mörzinger in die Bedeutung der Archäologie -  ihre Aufgaben und Arbeitsmethoden eingeführt – mit anschaulichen Beispielen der Methoden bei der Auffindung von Bodenschätzen mit Schaufel, Kelle und Pinsel bis zu den modernsten geophysikalischen Verfahren wie der Lasertechnik (LIDAR: laser detection and ranging), Echolot/Sonor (sound navigation and ranging) und GFR Magnetgeoscan (ground penedrating radar, Magnetometrie).  Mit der Einführung in die analytische Technologie zur Altersbestimmung der Funde zu Wasser und Land u.a. mit Hilfe der C14 – bzw. Radiokarbonmethode und der DNA -  Analyse hat der Referent dem Begriff Hightech absolut Rechnung getragen. Das Publikum konnte mit diesem Vortrag und den präsentierten Filmen sein archäologisches Verständnis  und Wissen deutlich erhöhen.

 

Ein weiterer Vortrag von Gerhard Sindelar  über die digitale Visualisierung  von Sehenswürdigkeiten  von Kultur, Geschichte und Wissenschaft mit Hilfe von plattformübergreifenden App/Guides hat die Spannung bei den Zuhörern hoch gehalten. An vielen Beispielen der digitalen Führung durch Städte und Museen mit Hilfe von  App/Guides auf dem  PC oder Smart - Phone wird es dem Touristen ermöglicht,  selbständig und eindrucksvoll alle Sehenswürdigkeiten mit hinterlegten erklärenden Texten Neues zu erleben und genießen. Diese Technologie bietet sich ebenso für Pfahlbau - Themenwege um den Attersee und Mondsee sowie dessen Hinterland an, indem der Besucher nach persönlichen Vorstellungen seine Besichtigungen planen und umsetzen kann.

 

Es war eine besonders interessante Veranstaltung einer Themenreihe von der Urgeschichte bis zur hoch entwickelten Neuzeit der Digitalisierung, die der Verein der Freunde der Archäologie weiter führen wird.

 

Attersee, 13. Januar 2018 (Helga Oeser)

 


Presseaussendung des Kuratoriums Pfahlbauten

 

Andreas Six bei einer Betauchung des Einbaums im Attersee. Bildnachweis: (Bild: Divecenter Nautilus)

 

Attersee am Attersee, 21.12.2017


Erster archäologischer Einbaum im Attersee gefunden

Taucher Andreas Six fand vor Weyregg heuer einen Einbaum im Attersee. Analysen des Kuratoriums Pfahlbauten erwiesen, dass dieses urtümliche Wasserfahrzeug aus der Zeit um 1550 stammt.

Zu fast allen Zeiten wurden an den Ufern der alpinen Seen Einbäume gefertigt. Diese einfachen Boote, die ihren Namen ihrer Erzeugung aus einem einzigen Baumstamm verdanken, waren also weit verbreitet. Während man rund um die Alpen bereits zahlreiche archäologische Reste davon in Seen und Mooren fand, sind in Oberösterreich bislang nur selten solche Funde gemacht worden. Dass der neue Einbaum unter Wasser lokalisiert werden konnte, ist dem Tauchschulinhaber und Tauchlehrer Andreas Six zu verdanken. Dieser fand die Reste des Bootes bei Unterwasserarbeiten in der Nähe der Pfahlbau-Siedlung von Weyregg II, die kürzlich durch das Oberösterreichische Landesmuseum und das Kuratorium Pfahlbauten unterwasserarchäologisch untersucht wurde. „Mein erster Eindruck war zwar schon, dass das ein Boot sein könnte“, berichtet Six, der die Tauchschule Nautilus in Weyregg betreibt, aber ganz sicher sei er nicht gewesen.

Den Unterwasserarchäologen Henrik Pohl, einen guter Freund, habe er dann gefragt, ob so ein Einbaum schon einmal bei ihnen im See gefunden worden sei. „Als Henrik mir erzählte, dass so was bei uns noch nie gefunden wurde, dachte ich mir: Na, dann wird es nix sein“. Glücklicherweise haben sich die beiden dann aber doch zu einem gemeinsamen Tauchgang verabredet und das gute Stück unter Wasser auch wiedergefunden.

„Ich hatte vor wenigen Jahren einen Artikel über Einbäume geschrieben und war daher natürlich besonders gespannt, was mich unter Wasser erwartet“, berichtet Henrik Pohl, der für das Kuratorium Pfahlbauten die UNESCO-Pfahlbauten in Oberösterreich betreut. Von dem ehemals wohl sechs bis acht Meter langen Boot sind laut Pohl noch etwa 3m erhalten. Die Breite beläuft sich auf 80cm.

„Es war schon unter Wasser zu erkennen, dass der Einbaum vermutlich nicht prähistorisch ist, sondern wahrscheinlich eher ins späte Mittelalter oder in die frühe Neuzeit datiert, aber wir wollten sicher gehen“, erklärt Pohl. Darum veranlasste das Kuratorium Pfahlbauten eine naturwissenschaftliche Analyse, welche nun eine Datierung um das Jahr 1550 n. Chr. belegte. Auch wenn der Einbaum nicht so alt ist, wie von manchen erhofft, so bleibt er doch der erste unterwasserarchäologische Fund eines Einbaums in Oberösterreich.

Hintergrundinformation
Das Kuratorium Pfahlbauten betreut den österreichischen Teil des internationalen UNESCO-Welterbes „Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen“. Das Site Management in Oberösterreich überwacht die zum UNESCO-Welterbe gehörenden Siedlungen mit einem jährlichen Monitoring und überprüft sporadisch auch den Erhaltungszustand der nicht zum Welterbe gehörenden Siedlungen. In den Jahren 2016 und 2017 hat das Kuratorium Pfahlbauten gemeinsam mit dem Oberösterreichischen Landesmuseum im Rahmen des Forschungsprojektes „Zeitensprung“ die Pfahlbausiedlung von Weyregg II unterwasserarchäologisch untersucht.

Andreas Six ist Betreiber der am Ufer des Attersees gelegenen Tauchschule Nautilus in Weyregg, die seit 1989 besteht. Die Tauchbasis verfügt über einen Tauchshop und bietet ein umfangreiches Kursprogramm an. Nautilus hat das Forschungsprojekt „Zeitensprung“  u.a. durch das Befüllen von Tauchflaschen intensiv unterstützt.

Bildmaterial
Sie finden printfähiges Bildmaterial zur kostenfreien Verwendung zum Download im Pressebereich der Website des Kuratoriums Pfahlbauten.