PRESSEBERICHTE


Prähistorischer Garten mit neuer Schautafel – Attersee (Nähe Pavillon)

 

Es werden die Pflanzen des Gartens gezeigt und auf einer neuen Schautafel erklärt, die sich im Wesentlichen auf folgende Anwendungsbereiche beziehen.

 

ERNÄHRUNG – MEDIZIN – FÄRBEN mit FÄRBEPFLANZEN

 

Mit welchen Pflanzen haben sich die Menschen in der Urgeschichte ernährt und welche Kenntnisse haben wir heute über diese Pflanzen?

 

Nach den Weizenarten Einkorn und Emmer  kam etwas später auch die Gerste nach Mitteleuropa. Wesentliche Inhaltstoffe  der Getreidearten sind Eiweiß, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine.

Auch Hülsenfrüchte wie Erbsen und Linsen als wichtige Quellen für pflanzliches Eiweiß, nutzten die steinzeitlichen Bauern zur Ernährung. Daneben bauten sie Schlafmohn und Flachs an, vergleichbar mit  der Gemeinen Hasel als Lieferant von fetten Ölen und Eiweiß. Für eine geschmackliche Abwechslung in der Ernährung – ergänzt durch Zucker, Vitamine und Mineralstoffe – sorgten Holunder, Walderdbeere, Brombeere, Himbeere, Heidelbeere, Hagebutten, Blasenkirsche und Holzapfel.

 

Welchen Pflanzen hat man neben der Verwendung als Lebensmittel medizinische Wirkungen zugeschrieben?

 

Die meisten Pflanzen im prähistorischen Garten zeichnen sich durch Mehrfachfunktionen – Ernährung und medizinische Wirkung – aus.

Bei Führungen durch den prähistorischen Garten werden die Pflanzen und ihre Inhaltsstoffe möglichen Krankheitsbildern zugeordnet.

 

Wie gewinnt man Naturfarben aus Färbepflanzen und wie färbt man Textllien?

 

Bei den Führungen durch den prähistorischen Garten werden die Färbepflanzen  Färberwaid,

Färberkrapp, Färberwau und Färberkamille mit ihren Inhaltsstoffen vorgestellt, die im Rahmen der Workshops zum Färben von Textilien verwendet werden. Die Bedeutung geeigneter Farbtechniken in Abhängigkeit von dem verwendeten Färbegut (Wolle oder Leinen) werden wir in Workshops im Museum ATARHOF lernen und üben.

Weitere Informationen über die Themen Ernährung, Medizin und Färben mit Naturfarben können den Broschüren

-       Prähistorische Nutzpflanzen und ihre Eigenschaften

-       Färben mit Naturfarben (Farbtechniken)

entnommen werden – herausgegeben vom Verein Freunde der Archäologie an den Seeufern des Attersees und seines Hinterlandes, Attersee am Attersee.

Die Führungen durch den prähistorischen Garten werden jederzeit nach telefonischer Anmeldung durchgeführt

Workshops im MUSEUM ATARHOF zu den Themen

-       Färben mit Naturfarben (Farbtechniken)

-       Urgeschichtliches Töpfern und Aktuelles

 

Anmeldung unter Verein Freunde der Archäologie,

Prof. Dr. Helga Oeser, Mühlbach 48, 4864 Attersee

Tel: 0664 4036704

 

www.archaeofreunde.at


MUSEUM ATARHOF - Region des UNESCO Welterbes Pfahlbau im Salzkammergut

 

Anlässlich des Jubiläumsjahres – 10 Jahre UNESCO Welterbe Pfahlbauten um die Alpen möchte sich unser Museum ATARHOF in Attersee, Landungsplatz 1 wie folgt vorstellen.

 

Gegründet wurde das Museum ATARHOF vom Verein Freunde der Archäologie an den Seeufern des Attersees und seines Hinterlandes im Jahr 2017.  Unter der Leitung des Obmannes Martin Höchsmann wurde ein Teil des Erdgeschosses des Gebäudes – Attersee, Landungsplatz 1, vormals Brauerei und Postamt – gemietet und das Museum ATARHOF eingerichtet.

 

Wir sind bemüht, dem schönen Haus die Ehre zu erweisen, und die Tradition der Geschichte und Kommunikation mit den örtlichen Bewohnern und Gästen aus aller Welt weiter zu pflegen.

 

Welche Informationen dürfen wir Ihnen vermitteln?

 

Der Verein hält ständig Kontakt mit wissenschaftlichen Institutionen wie dem KURATORIUM PFAHLBAUTEN, Wien, mit Archäologen der Universitäten und Vertretern nationaler und internationaler Museen.

Das MUSEUM ATARHOF ist seit 2019 aktives Mitglied des VERBUNDES ÖO MUSEEN; pflegt eine enge Kooperation bei der Gestaltung und Durchführung gemeinsamer Ausstellungen, insbesondere bei der Planung von Ausstellungen im Verbund mit Museen der REGION UNESCO WELZERBE IM SALZKAMMERGUT.

 

MUSEUM ATARHOF wurde mit 15. September 2020 und der Registrierungsnummer M48203 in die Liste der registrierten Museen Österreichs unter der Nummer 393 aufgenommen. Die Registrierung ist in Zeitintervallen von 2 Jahren zu aktualisieren; mit geeigneter Ausstattung und Programmgestaltung kann das Gütesiegel erworben werden. Dieses Ziel wird angestrebt, wozu die  aktuellen Investitionen (Vitrinen, Schautafeln, etc) erforderlich sind. Eine Präsentation von archäologischen Originalfunden des Attersees und seiner Umgebung  wird ermöglicht durch Leihgaben des Landesmuseums Linz und auch anderer Museen in enger Zusammenarbeit mit dem Kuratorium Pfahlbauten. Investitionen wie eine digitale Vitrine für unser unsichtbares Welterbe sind als regionales LEADER Förderprojekt mit REGATTA geplant. Diese Planungen und ihre zeitgerechten Umsetzungen sind Voraussetzung für die Gestaltung der Landesausstellung 2027.

 

Was bietet das MUSEUM ATARHOF in 2021?

 

Anlässlich des Jubiläums 10 Jahre UNESCO WELTERBE PFAHLBAUTEN um die Alpen und der Aktionswoche INTERNATIONALER MUSEUMSTAG IN OÖ wurde die  neue Ausstellung „10 Jahre UNESCO Welterbe – Forschung, Schutz, Vermittlung“ eröffnet, begleitet von der kleinen Ausstellung „Fischerei einst und jetzt“.

 

WORKSHOP -  PLAY WITH CLAY mit Helene Huemer – Spezialisierte Künstlerin – Aufbau und Oberflächengestaltung von Skulpturen findet am Samstag,  26. Juni  von 10 – 14 Uhr im ATARHOF statt.

 

Unser interaktives Pfahlbaumodell im Museum ATARHOF ist ein einzigartiges Ausstellungstück: Verschiedene Hauselemente können umgesteckt werden, sodass unterschiedliche Pfahlhaus – Varianten nach archäologischen Vorlagen veranschaulicht werden können. Das interaktive Pfahlbaumodell eignet sich im Rahmen der Ausstellung als Vermittlungswerkzeug bei Vorträgen und diversen Veranstaltungen und besonders für Kleingruppen und Schulen.

 

Der am 8. August 2021 im Seegasthof Oberndorfer, Attersee geplante VORTRAG von Dr. Wolfgang LOBISSER, Experimentalarchäologe der Universität Wien, Prähistorische Holzfunde – Archäologische Experimente und didaktisches Pfahlbaumodell – wird uns darüber weitere Informationen vermitteln.

 

Wissenswertes für Individuelle Besucher und Besuchergruppen sowie Kooperationen

 

Neben den Besuchern der Ausstellungen und Workshops zu den bekannten Öffnungszeiten des Museums ATARHOF  (jeweils Freitag von 14 – 17 Uhr und Sonntag von 10 – 13 Uhr) werden Organisationen wie Vereine, Schulen, Reisegruppen, etc. über unser Angebot informiert und gezielt eingeladen.

 

a)    Kostengestaltung (Eintrittspreise) für Besucher mit und ohne Führung (MUSEUM ATARHOF, PFAHLBAU PAVILLON und PRÄHISTORISCHEN GARTEN

Preis (Erwachsener) : Euro 5.- (Euro 10.- mit Führung)

Preis (Schüler):           Euro 2,50.-

Preis (Workshop):       Euro 20.- pro Person

 

b)    Vereine wie Senioren- und Pensionistenverbände, etc.

Diese Besuchergruppen sind gern gesehene Gäste bei Führungen durch die Ausstellungen im MUSEUM ATARHOF. Eine Teilnahme an Workshops ist empfehlenswert, da die Tätigkeiten in den Workshops nicht nur die Motorik eines älteren Menschen anregen, sondern auch die geistige Aktivität stimulieren.

 

c)    Schulen

Angebote für Schulen beziehen sich auf Besichtigungen der Ausstellungen und Führung durch den prähistorischen Garten, sowie Angebote von Workshops (vorzugsweise Herstellung von Keramik oder Färben).  Beide Themenbereiche werden mit Erfolg bei Grundschulen und Mittelschulen angeboten;

Preis pro Schüler (Workshop). Euro 2,50

Preis pro Gruppe (Ausstellung): freiwillige Spende

 

 

Prof. Dr. Helga Oeser

(Obfrau)

Verein Freunde der Archäologie an den Seeufern des Attersees und seines Hinterlandes

4864 Attersee

Mühlbach 48

Tel. +43 6664 4036704

e-mail: helga.oeser@gmx.net

www.archaeofreunde.at

 


6000 JAHRE - DAS UNSICHTBARE ERBE                                                      KRONE, 7. Juni 2020

 

Lange bevor in Ägypten die Pyramiden errichtet wurden, entstanden an den Ufern unserer Seen die ersten Pfahlbauten. Ihre Überreste sind heute versunken. Dennoch wissen wir viel über das Leben dieser Steinzeitmenschen -dank ihres weggeworfenen Mülls.

Es war die Zeit von Öt­zi. „Kann durchaus sein, dass einer seiner Zeitgenossen am Mondsee vor­beigekommen ist", meint Jo­hannes Pfeffer, Obmann des Pfahlbau-Museums in Mond­see. Denn die Menschen der späten Jungsteinzeit waren durchaus nicht nur Jäger und Sammler, sie trieben auch schon eifrig Handel. So war wohl Salz bereits damals be­gehrt. Pfeffer: „Dafür hat man etwa Steine eingetauscht, die es bei uns nicht gibt. Wie Feuer­stein, der in den Bergen nörd­lich von Verona vorkommt."

 

Genau solche Feuerstein-­Klingen entdeckten die Unter­wasser-Archäologen bei den Pfahlbauten im Mond- und At­tersee. An beiden Seen entstan­den ab dem 4. Jahrtausend vor Christus etliche Pfahlbausied­lungen. Die große Zahl an Fun­den, darunter aufwendig ver­zierte Tonkrüge, gab einer gan­zen Epoche ihren Namen, der Mondsee-Kultur. Die typi­schen Verzierungen der Becher und Krüge lassen sich bis nach Bayern, in Tschechien und in der Steiermark nachweisen. Diese weit verzweigten Be­ziehungen würdigt die UNESCO mit dem „Welterbe Prähistorische Pfahlbauten": Es erstreckt sich über sechs Länder rund um die Alpen. Von den insgesamt 111 Fund­stätten liegen fünf Siedlungen in Österreich: drei am Attersee und je eine am Mondsee und am Keutschacher See.

 

„Das ist nur ein kleiner Teil der gefundenen Pfahlbau­dörfer in Österreich, aber ein repräsentativer", erklärt Cyril Dworsky, Geschäftsführer des österreichischen Management das Pfahlbau-Welterbes. Im Museum sind viele Kostbar­keiten, die bei Tauch-Grabun­gen im Mond- und Attersee entdeckt wurden, ausgestellt. Pfeffer: „Wissenschafter aus der ganzen Welt kommen nach Mondsee. Denn bei uns sieht man die Originale."

 

Originale, die Staunen las­sen. Neben den Tongefäßen, manche in Scherben, viele auch nach Tausenden von Jahren noch gut erhalten, finden sich Flechtwerk und Reste von Klei­dungsstücken, Mahlsteine, Äx­te und Beile, Speerspitzen und scharfe Messer aus Stein, Tier­knochen, Getreidekörner und Nüsse, 6000 Jahre alte Äpfel und Birnen und der „Mondeer Knödel" - ein schwarzes Et­was, das die Forscher als eine Semmel identifiziert haben.

 

Am Attersee gibt in Seewal­chen der „Welterbe-Pavillion" Einblick in das tägliche Leben der Steinzeitmenschen und in einem „Pfahlbau-Garten" wachsen Pflanzen, die damals für die Ernährung, als Medizin und zum Färben der Kleidung verwendet wurden. „Wir bieten  ,Spaziergänge in die Steinzeit` an, bei denen Werkzeuge ge­bastelt werden, und haben auch Einbäume nachgebaut", erklärt Alfons Egger, Obmann des Vereins Pfahlbau am Attersee.

 

Einzelne Fundstücke sind auch im Museum „Atarhof ` in At­tersee zu sehen. Dort wartet auch ein naturgetreuer „Atti" - Ötzis Kollege vom Attersee - auf die Besucher. „Die Funde sind eigentlich Abfälle, die aus den Pfahlbau­ten entsorgt wurden", erläutert Pfeffer. „Kaputte Steinwerk­zeuge hat man einfach wegge­worfen. Im Lauf der Zeit wur­den sie dann am Seegrund durch Ablagerungen zugedeckt und so konserviert." Zur Freude der Forscher, die dadurch etwa herausfanden, wovon sich die Steinzeitmen­schen ernährten: wenig Fleisch, viele Früchte und Nüsse, als Getreide waren Hartweizen, Emmer und Einkorn bekannt, das als Brei verzehrt, mit dem aber auch Bier gebraut wurde. Das Leben am See hatte durchaus Vorteile. „Frisches Wasser und genug Fische zum Essen", sagt Pfeffer. Außerdem hätten sich die Pfähle im mo­rastigen Boden am Seeufer leicht einsetzen lassen: „Man braucht die Pfähle nur zu rüt­teln, dann gehen sie ganz leicht hinein. Wenn man aufhört zu rütteln, sitzen sie bombenfest."

 

Auf diesem Fundament wur­den dann die Hütten aufge­stellt: „Die Wände waren aus Flechtwerk, das mit Lehm ver­schmiert wurde. Gedeckt wur­de mit Seegras oder Rinde." Mit der Vorstellung, dass die Siedlungen mitten im Wasser standen, hat die Forschung auf­geräumt. „Gebaut wurde in der Uferzone. Doch der Wasser­stand ist gestiegen, am Mond­see etwa um dreieinhalb Meter. Deshalb liegen die Fundstellen jetzt im See und so ist dieser Irrtum entstanden", so Pfeffer. Warum das Wasser gestie­gen ist? „Klimaerwärmung", ist Pfeffer überzeugt. Der Theorie vom „Mondsee-Tsunami", ein Bergrutsch, der die Seeache verlegte, könnte einen Tsunami ausgelöst haben, kann er wie Dworsky wenig abgewinnen: „Es gibt keine konkreten Indi­zien, dass der Bergrutsch im Zusammenhang mit der Zer­störung der Pfahlbauten steht."

 

Für die Siedlung im Keut­schacher See kann diese Va­riante ohnehin nicht gelten. Sie ist die älteste bisher bekannte Pfahlbausiedlung Österreichs. „Bei einem Holzpfahl war eine genaue Datierung möglich", freut sich Dworsky. „Der Baum wurde 3947 v. Chr. gefällt." Die Ansiedlung gilt auch deshalb als altertümlich, weil fast nur Knochen von Wildtieren gefun­den wurden. Im Gegensatz zu den Fundstätten in Oberöster­reich: „Dort hat man viel mehr Haustier-Knochen entdeckt." Noch eine Besonderheit zeichnet Keutschach aus: Es wurde auf einer richtigen Insel errichtet. Heute liegen die Überreste etwa zwei Meter unter Wasser. Um unkontrollierte Grabun­gen zu verhindern, gibt es zur Lage der meisten Pfahlbaustät­ten keine Hinweise. Die Funde sind im Naturhistorischen Mu­seum Wien, den Museen in Mondsee und Klagenfurt sowie in kleinen Ausstellungen in der Region zu sehen.

 

INFO: www.museum-mondsee.at

www.pfahlbau.at (Attersee)

www.archeofreunde.at


HAUSMODELL                                                                                                                                               TIPS 24.Woche 2020

 

So wird Pfahlbau begreifbar

 

ATTERSEE. Ein idealisiertes didaktisches Hausmodell zur Pfahlbaukultur des Jungneoli­thikums nach einem archäolo­gischen Vorbild ist am Samstag, 4. Juli, um 18 Uhr im Atarhof, Attersee zu sehen. Vorgestellt wird es von Wolfgang Lobisser und Cyril Dworsky.

 

Im Rahmen der Ausstellung „Pfahlbau begreifen" wird ein Pfahlbaumodell dargestellt, wel­ches nach dem Vorbild von Horn­staad am Bodensee im Maßstab 1:8 vom Experimental-Archäo­logen der Universität Wien nach­gebildet wurde. Dieses Modell orientiert sich an dem Archi­tekturmodell des Hausbefundes von Hornstaad im Pfahlbaumus­eum Unteruhldingen. Es ist so gebaut, dass die Konstruktion von Besuchern jeder Altersgrup­pe verändert werden kann. Das Pfahlbaumodell kann in seinen Grundprinzipien so verändert werden, dass einzelne Teile ausge­tauscht werden können, wie bei­spielsweise des Daches mit Dach­schindeln oder Schilf, oder auch

 

Wandfüllungen mit unterschiedli­chen Flechtwerken, um das Pfahl­baumilieu unterschiedlich erleben zu können. Die Variationsmög­lichkeit veranschaulicht dem Be­sucher die Vielfalt der Pfahlbau­weise in den unterschiedlichen Siedlungsgebieten.

 

Das Pfahlbau-Hausmodell ist im Atarhof zu sehen. Foto: Verein Freunde der Archäologie: